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FAZ vom 27. August 2004 |
Zeitarbeitsbranche wittert AufwärtstendenzArbeitsmarktDie Zeitarbeitsunternehmen wittern erste Anzeichen für eine Konjunkturbelebung. "Es ist eine Besserung zu spüren", sagt der Sprecher des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Thomas Läpple. In diesem Jahr werde wieder mit einer Zunahme des Branchenumsatzes gerechnet, nachdem im Vorjahr nahezu eine Stagnation verbucht wurde. Von einer Wende will die Branche indes noch nicht sprechen, für Rückschlüsse auf die Gesamtkonjunktur sei es auch noch zu früh. Die Zeitarbeitsbranche gilt als Frühindikator für die Konjunktur. In Aufschwungsphasen setzen Unternehmen in der Regel zunächst Zeitarbeitskräfte ein, um Auftragsspitzen zu bewältigen. Umgekehrt trifft eine schwächere Auftragslage die Zeitarbeiter als erstes. Nach einer Faustregel zieht der Umsatz in der Zeitarbeit bei einem Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und 3 Prozent an. Bewerberandrang durch Hartz-ReformenMit den Hartz-Reformen, insbesondere der Einrichtung von Personal-Service-Agenturen, sind die Personaldienstleister verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Derzeit ist im Zuge der Debatte um die Hartz-IV-Reform bei einigen Zeitarbeitsgesellschaften von einem regeren Bewerberandrang zu hören. Einige in der Branche führen dies auf die Furcht vor dem Arbeitslosengeld II zurück. Andere mutmaßen, daß die Arbeitsagenturen mit den Umstellungsarbeiten so beschäftigt sind, daß sie Arbeitsuchende schneller als früher zu den Dienstleistern schicken. Noch keine sprunghafte Aufwärtsbewegung der BrancheAus Sicht der Zeitarbeitsunternehmen hat im ersten Quartal die Nachfrage nach gewerblichen Mitarbeitern in der Industrie angezogen, im zweiten Quartal waren auch verstärkt Informationstechnik-Spezialisten, Finanzfachleute, Ingenieure und Bürofachkräfte gefragt. Schwieriger gestaltet sich die Lage im Osten. Dort klagen die Dienstleister weiterhin einerseits über ein zu geringes Stellenangebot, andererseits herrscht ein Mangel insbesondere an fachlich gut ausgebildeten Kräften, die in großer Zahl in den Westen abwanderten. Von einer Konjunkturbesserung sei dort nichts zu spüren, die Aufträge seien vor allem der öffentlichen Förderpolitik geschuldet. Nach dem Stellenindex der Zeitarbeitsgesellschaft Adecco ist das gesamte Stellenangebot in Tageszeitungen in den vergangenen drei Monaten gegenüber dem Vorjahr zwar nahezu unverändert geblieben. Dies liege aber vor allem an der Zurückhaltung der öffentlichen Dienstleister und des Baugewerbes. In etlichen Industriezweigen dagegen würden wieder deutlich mehr Mitarbeiter gesucht. Für die Zukunft zeigen sich die Arbeitgeber etwas optimistischer als noch vor einem Jahr. Ein Aufschwung zeichnet sich danach auf dem Arbeitsmarkt aber noch nicht ab.
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