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Presse

Artikel erschien am 03. Juni 2006

Von Manuela Keil

Chancen in der Zeitarbeit nutzen

Job-Macher: Arbeit und mehr. 20 Mitarbeiter mit kaufmännischer Ausbildung gesucht.

"Das ist eine sehr sinnvolle Arbeit, die ich mache." Kerstin Lewandowski ist Personaldisponentin. Zu den Aufgaben der 27jährigen gehören Gespräche mit Bewerbern und Kunden, denn sie muß den Richtigen für die gerade freie Position finden. Seit 1. April 2005 arbeitet die Werbekauffrau, die nach ihrer Ausbildung ein Betriebswirtschaftsstudium absolvierte, bei Arbeit und Mehr. Sie ist zuständig für Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung. "Viele Menschen wissen nicht genau, was der Unterschied ist. Die meisten Bewerber wollen von uns in Arbeit vermittelt werden. Dabei sind die Chancen über die Zeitarbeit oftmals größer." 60 Prozent werden bereits nach einer Zeit von zwei bis drei Monaten als feste Mitarbeiter vom Kunden eingestellt.

Arbeit und Mehr, seit fünf Jahren am Markt, sucht und vermittelt kaufmännisches Büropersonal. Das Ziel für 2006 - 200 Mitarbeiter in der Zeitarbeit - hat das von Karin Pitschel (45) und Marlis Krause (51) gegründete Unternehmen bereits überschritten. Bis Ende des Jahres sollen es 250 Mitarbeiter sein. Hinzu kommen die derzeit 18 internen Mitarbeiter. "Wir haben jede Woche etwa 50 Stellenangebote auf unserer Homepage", sagt Karin Pitschel. "Die Anforderungen der Kunden sind häufig so speziell, daß wir die Aufträge trotz unserer aktuell 1100 Bewerber im Pool nicht gleich abdecken können."

Große Chancen bei Arbeit und Mehr haben Kandidaten mit einer erfolgreich (mindestens mit gut) abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung, die solide Englisch- und SAP-Kenntnisse mitbringen. "Ebenfalls gute Aussichten bestehen für Bewerber, die ein wirtschaftliches Studium absolviert haben", sagt Marlis Krause. "Im Unterschied zur Agentur für Arbeit kennen wir jeden Bewerber persönlich." Bei allen Vorschlägen, die Arbeit und Mehr Kundenunternehmen präsentiere, handele es sich ausschließlich um Kandidaten, die interviewt worden seien und eine gute Bewerbung vorzeigen könnten. "Damit kann sich eine Firma viel Zeit und Geld sparen."

Die Kernkompetenz von Arbeit und Mehr sei es, professionelle Bewerberinterviews zu führen, ergänzt Karin Pitschel. Hierin werden die Personaldisponenten unter anderem bei der Deutschen Gesellschaft für Personalführung speziell geschult. "Und schließlich kommt die Erfahrung von etwa zehn Gesprächen pro Woche dazu", sagt Kerstin Lewandowski. Sie habe bereits während ihres BWL-Studiums mit den Schwerpunkten Personal und Marketing das Ziel gehabt, einmal im Personalbereich tätig zu sein.

Karin Pitschel und Marlis Krause bringen jeweils 20 Jahre Erfahrung im kaufmännischen Bereich der Zeitarbeit mit. Als sie sich vor fünf Jahren selbständig machten, gab es 450 Zeitarbeitsfirmen in Hamburg. "Unsere erste Mitarbeiterin war 58 Jahre alt und wurde nach wenigen Wochen von BAT fest eingestellt", sagt Marlis Krause. Das sei kein Einzelfall. Sie hätten auch einen 56jährigen Bilanzbuchhalter vermitteln können. "Unsere älteste Mitarbeiterin ist 64 Jahre alt und von Anfang an dabei." Inzwischen werde sie "vorreserviert", das bedeutet, bestimmte Kunden fordern sie immer wieder an, wenn Personalbedarf besteht.

Aber es habe auch einmal dürre Zeiten gegeben, als 26 Mitarbeiter eine längere Leerzeit hatten und nicht vermittelt werden konnten. Normal sei höchstens eine Woche Leerzeit bis zum nächsten Auftrag. "Das ist Arbeitgeberrisiko, denn die Mitarbeiter haben den Vertrag mit uns." Um sich gegen derartige Leerzeiten zu wappnen, werde sehr viel Kundenakquisition betrieben. Karin Pitschel: "Wir müssen permanent am Markt sein und sehen, wo wer gesucht wird."

Die Zeitarbeit sei ein sehr schnellebiges Geschäft, in dem oft von einem Tag auf den anderen ein Vertrag geschlossen werde. "Dann ist es hinderlich, wenn Bewerber sich als zu alt einschätzen oder zu hohe Gehaltswünsche haben", sagt Kerstin Lewandowski. Derzeit scheiterten einige Aufträge jedoch eher an der Überqualifikation als am Alter der Bewerber, ergänzt Marlis Krause. Bei überzogenen Gehaltsvorstellungen sage sie dem Kandidaten deutlich, was realistisch sei.

"An meiner Arbeit macht besonders Spaß, daß ich schnell Erfolgserlebnisse habe, insbesondere in der Zeitarbeit", sagt Kerstin Lewandowski. Wenn man einen Auftrag schnell abdecken könne oder sich Bewerber über eine Stelle wirklich freuten. "Manchmal liegen Freud und Leid nahe beieinander. Aber wir kümmern uns sehr um die Bewerber."